Espresso oder Filterkaffe – eine Frage des Geschmacks

Schwarzer, heißer Kaffee gehört für viele Menschen besonders am Morgen, aber auch im Büro zu den wichtigsten Wachmachern. Das Aroma entfaltet sich bereits beim Kochen, der Geruch wandert durch die gesamte Wohnung. Im Idealfall reicht das bis zum Bett hin und erweckt jeden aus tiefem Schlaf. Für viele Menschen ist das eine der schönsten Arten, geweckt zu werden. Mit einem frisch aufgebrühten Kaffee ist selbst der Montagmorgen nicht mehr ganz so schlimm. Nun gibt es viele verschiedene Kaffeesorten und auch Zubereitungsmethoden. Im Vergleich zwischen Espresso und Filterkaffee geht es nun um die Unterschiede bei der Zubereitung, dem Geschmack und der Frage, welcher Kaffee für welchen Liebhaber geeignet ist.

In den letzen Jahren ist der Espresso auf dem Vormarsch. Früher war der Filterkaffee in beinahe jedem Haushalt – und damit deutlich stärker – vertreten. Doch in Zeiten, in denen viele Menschen einen Kaffeevollautomaten besitzen, kommt der Filterkaffee allmählich aus der Mode.

Der Siegeszug des Espresso begann schon 1855. Begünstigt durch die Ungeduld des Mailänder Ingenieurs Luigi Bezzera, dem die herkömmliche Kaffeezubereitung zu langwierig war, entwickelte sich die erste Espressomaschine. Diese war allerdings noch nicht tauglich für die Massenproduktion. Erst 1901 kam die von Bezzera entwickelte Maschine auf den Markt. Überzeugen konnte sie damals noch niemanden. Dem Espresso fehlte die charakteristische Crema. Als diese jedoch 1938 endlich auf jedem Espresso auflag wie eine Kirsche auf einer Torte, gab es nichts, was den Siegeszug noch hätte aufhalten können. Doch was unterscheidet eigentlich einen Espresso von einem Filterkaffee? Und überhaupt: Was macht einen guten Kaffee aus?

Was macht einen Espresso besonders und was unterscheidet ihn von einem Filterkaffee?

Der erste Unterschied zwischen Espresso und Filterkaffee ist rein visueller Natur. Ein Espresso wird meistens in einer kleinen Tasse serviert und ist wesentlich kleiner portioniert als Filterkaffee. Außerdem ist bereits einer der größten Unterschiede auf den ersten Blick zu erkennen. Während der Filterkaffee nur tiefschwarz ist oder eventuell noch einige Schlieren zu sehen sind, erstrahlt der Espresso im Glanze der zimtbraunen Crema. Die Crema ist charakteristisch geworden für den Espresso, obwohl es sie bei der Erfindung noch gar nicht gab. In ihr vereint sich das ganze Aroma des Kaffees. Ob es nun eine Mandelnote ist oder doch Haselnuss: In der Crema kommen alle Aromen zur vollen Entfaltung.

Doch nicht nur bei der Optik gibt es Unterschiede. Bei der Zubereitung eines Espresso bedarf es weit mehr als nur Wasser, Kaffee und dem Filter. Um einen guten Espresso zu brühen, ist das Verhältnis von Wasser, Wassertemperatur, Kaffee, der Brühzeit und dem Druck entscheidend, mit dem das kochende Wasser durch den Kaffee gepresst wird. Da bei einem Filterkaffee ein sehr feiner Filter verwendet wird, erreicht der Großteil des Kaffeeöls gar nicht die Kanne. Dabei enthält gerade das Öl sehr viele Aromen.

Bei einer Espressomaschine hingegen kommt ein gröberes Sieb zum Einsatz. Dieses lässt die Öle ungehindert durch. Das Ergebnis ist ein sehr aromatischer Espresso mit seiner charakteristischen Crema. Während ein Filterkaffee kaum Geschmacksvariationen durch unterschiedliche Zubereitung bietet, ist es bei einem Espresso möglich, den Kaffee auf den individuellen Geschmack anzupassen. Durch eine veränderte Wassertemperatur oder einem höheren Druck sind leicht viele verschiedene Espressovariationen gebrüht. Wie lange der perfekte Espresso benötigt, ist individuell bestimmbar. Die kürzere Zubereitungszeit macht einen Espresso besonders verlockend, wenn man nur wenig Zeit hat. Die schnelle Zubereitung macht ihn zum idealen Getränk vor der Arbeit.

Der wohl auffälligste Unterschied zwischen Espresso und Filterkaffee liegt im Geschmack. Ein Filterkaffee kann sehr aromatisch sein und auch Abwechslung bieten. Es gibt unzählige Sorten. Diese enthalten Mandel- oder Haselnussnoten, sind bitter oder süßlich, es gibt sie mit oder ohne Koffein. Doch egal, wie sehr man um einen guten Filterkaffee bemüht ist: Er wird immer etwas wässrig sein. Die Aromadichte eines Espresso kann ein Filterkaffee nicht erreichen, da die Kaffeeöle fehlen. Dadurch, dass ein Espresso wesentlich kleiner ist als ein handelsüblicher Filterkaffee, werden die Aromen auf kleinster Fläche konzentriert, was den Geschmack so intensiv macht.

Was macht einen guten Kaffee aus?

Damit sich nach der Zubereitung das gesamte Aroma im Kaffee wiederfindet, ist es unerlässlich, ganze Bohnen zu kaufen, da sich ein Teil des Aromas beim Mahlen der Bohne bereits verflüchtigt. Welche Bohnen dabei verwendet werden, ist abhängig vom eigenen Geschmack. Es gibt bittere Bohnen, milde und auch süßliche Varianten. Da der Geschmackssinn ein sehr subjektives Empfinden bietet, probiert man am besten einfach ein paar unterschiedliche Sorten aus.

Sind nun die perfekten Bohnen gefunden, geht es an die Zubereitung. Es gibt verschiedene Röstvarianten und einen unterschiedlich hohen Koffeinanteil. Alle Bohnen kommen aus verschiedenen Anbaugebieten. Die gängigsten Regionen sind Südamerika und Afrika. Um der Umwelt und auch den Arbeitern vor Ort etwas Gutes zu tun, ist es wichtig, auf das Fair-Trade-Logo auf einem Kaffee zu achten. Das Logo steht für einen ökologisch nachhaltigen Anbau, also einen Anbau, der der Natur nicht schadet. Außerdem werden die Arbeiter vor Ort angemessen bezahlt.

Die Zubereitung

a) Filterkaffee

Bei einem Filterkaffee und auch bei Siebträgermaschinen gilt es nun, aus den Bohnen ein feines Pulver zu erzeugen. Dafür eignet sich am besten eine manuell betriebene Kaffeemühle. Bei elektronisch betriebenen Modellen wird immer eine gewisse Hitze erzeugt, wodurch Aroma verloren geht. Mit dem fertigen Kaffeepulver wird bei einem Filterkaffee einfach der Filter befüllt und eine passende Menge Wasser hinzugegeben. Pro Tasse ein gehäufter Kaffeelöffel Pulver dient als Orientierungsmaß.

b) Espresso

Bei der Zubereitung eines Espresso mithilfe einer Siebträgermaschine gibt es etwas mehr zu beachten. Natürlich ist auch hier wieder das Verhältnis von Wasser und Kaffee der Ausgangspunkt. Hinzu kommt allerdings noch die Wassertemperatur, die individuell einstellbar ist und etwa bei 90 Grad liegen sollte. Hinzu kommt die Einstellung des Drucks, mit der das Wasser durch das Sieb, in dem sich der Kaffee befindet, durchgepresst wird. Hier bedarf es einiger Experimente, bis der perfekte Espresso gefunden ist. Doch im Gegensatz zu einem Filterkaffee können hier viele verschiedene Komponenten individuell angepasst werden. Dadurch lässt sich gut beeinflussen, wie das Endprodukt schmecken soll.

c) Der Kaffeevollautomat

Inzwischen gibt es auch sehr viele Kaffeevollautomaten. Bei diesen werden die Bohnen einfach oben eingefüllt und per Knopfdruck zu einem leckeren, heißen Espresso verarbeitet. Solche Vollautomaten haben den Vorteil, dass sie auf Knopfdruck innerhalb von Sekunden einen qualitativ hochwertigen Espresso produzieren können. Gerade direkt nach dem Aufstehen ist es eine enorme Erleichterung, per einfachem Knopfdruck einen Kaffee zu bekommen. Doch dadurch geht leider auch viel des Aromas verloren, wenn die Bohnen erst einmal einige Tage in der Kaffeemühle lagen. Dennoch bieten ein solcher Vollautomat und der von ihm produzierte Espresso ein weitaus intensiveres Geschmackserlebnis als ein Filterkaffee.