Ein Terrarium richtig einrichten – ein Stück Natur für das heimische Wohnzimmer

Die weite Welt sehen, exotische Länder bereisen, die Kultur kennenlernen, das Essen genießen – das sind einige der Themen, die Urlauber am Besuch der unterschiedlichsten Länder der Erde reizen können. Doch nicht nur in kultureller Hinsicht muss es Interessantes zu sehen geben. Einen majestätischen Baumpython bei der Jagd beobachten, die ganze Farbenpracht eines Chamäleons bewundern, dem Gesang der Frösche an einem Teich lauschen, die niedliche Stachelmaus dabei beobachten, wie sie ihren Nachwuchs aufzieht. Für viele Menschen wird das im wahren Leben für immer ein Traum bleiben. Reisen – gerade in exotischere Gegenden der Welt – sind teuer, der Urlaub knapp bemessen.

Für die Liebhaber des exotischen Flairs und vor allem der exotischen Tierwelt bleibt aber noch eine Alternative: Mithilfe eines Terrariums kann man sich einen exotischen Bewohner nach Hause holen. Dabei steht nicht nur der eigene Wunsch nach einem exotischen Paradies im Vordergrund. Für die Liebhaber der Natur ist der Erhalt verschiedenster Tierarten enorm wichtig. So kann man nicht nur ein Stück Natur Teil des Wohnraums werden lassen, sondern gleichzeitig der Natur auch noch etwas zurückgeben.

Doch als Halter trägt man auch eine große Verantwortung den Tieren gegenüber. Die klimatischen Bedingungen müssen an den natürlichen Lebensraum angepasst werden. Genauso wichtig sind eine möglichst naturgetreue Nachbildung des Habitats in entsprechender Größe sowie eine abwechslungsreiche und angemessene Ernährung.

Wie sind die passenden klimatischen Bedingungen zu erreichen?

Um einem exotischen Mitbewohner ein artgerechtes Zuhause bieten zu können, ist es enorm wichtig, das passende Klima zu schaffen. Handelt es sich beispielsweise um einen Pfeilgiftfrosch, der hauptsächlich im südamerikanischen Regenwald anzutreffen ist, spielt die Luftfeuchtigkeit eine entscheidende Rolle. Zunächst ist es wichtig, sich alle Informationen über den Lebensraum zu besorgen. Fotos, Klimadaten sowie Flora und Fauna aus dem Gebiet formen zusammen ein Gesamtbild. Anhand dieses Bildes und der Wetterdaten kann nun die spezielle Technik beschafft werden, die nötig ist, um das passende Klima zu erzeugen. Bei einem Regenwaldterrarium bietet sich eine künstliche Beregnungsanlage an. Sie wird benötigt, um die Luftfeuchtigkeit hochzuhalten. Es gibt hierfür verschiedene Modelle. Einige davon sind mit einem Timer ausgestattet, über den Beregnungsdauer und Zeitpunkt der Beregnung festgelegt werden können. Andere Modelle orientieren sich über einen Sensor, der die Luftfeuchtigkeit misst. Ist es zu trocken, wird automatisch eine Beregnungsperiode ausgelöst.

Doch im südamerikanischen Regenwald herrschen nicht nur eine hohe Luftfeuchtigkeit, sondern auch höhere Temperaturen. Diese müssen auch im Terrarium nachgestellt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine passende Temperatur zu erreichen. Die entsprechenden Werte kann man den Klimatabellen des Herkunftsortes entnehmen. Um die entsprechenden Temperaturen zu erreichen, gibt es unterschiedliche Ansätze. Es besteht die Möglichkeit, ein Terrarium über eine Heizmatte, ein Heizkabel oder über die Lichtquellen zu beheizen. Beim Beispiel des Pfeilgiftfrosches eignet sich eine Kombination aus Glühbirnen und Heizkabeln am besten. Die Heizkabel werden außerhalb des Terrariums in Bodennähe oder an der Seitenwand angebracht, die Glühbirnen immer auf dem Terrarium. Auch hier ist es wichtig, die Lampen außerhalb anzubringen, da sonst akute Verbrennungsgefahr für die Tiere besteht.

Es gibt unzählige Produkte aus dem Bereich der Terrarienbeleuchtung. Viele Sets sind bereits an die Tiere oder ihren Lebensraum angepasst. So gibt es Metalldampflampen mit UVB-Anteil. Der UVB-Anteil ist für alle Echsen von entscheidender Bedeutung, da sie nur mithilfe dieser Strahlung in der Lage sind, Vitamin D zu bilden. Ohne Vitamin D treten lebensbedrohliche Krankheiten und Missbildungen auf. Als Beispiel hierfür kann die Rachitis genannt werden. Doch die Lampenmodelle unterscheiden sich nicht nur darin, ob sie UVB ausstrahlen oder nicht. Es gibt Varianten für Wüstenbewohner mit höherer Wattzahl und dementsprechend mehr Wärme sowie einzelne Modelle, die extra für Amphibien geeignet sind, also kaum Hitze ausstrahlen, oder auch Lampen, die das Pflanzenwachstum anregen. Welche Lampe nun zum gewünschten Terrarium passt, hängt von den klimatischen Ansprüchen des Tieres ab, über die es sich vorher zu informieren gilt.

Es ist allerdings nicht nur darauf zu achten, wie beleuchtet wird, sondern auch wie lange. Um für das Wohlbefinden der Tiere zu sorgen, ist es wichtig, einen angemessenen Tag-Nacht-Rhythmus zu schaffen, der sich erneut am Herkunftsgebiet orientiert. Um Irritationen beim Schützling und den eigenen Aufwand zu minimieren, bieten sich verschiedene Zeitschaltuhren an. Mit deren Hilfe ist ein zeitlich exakter Sonnenaufgang im kleinen Reich des Tieres leicht zu simulieren.

Wie bilde ich den Lebensraum möglichst gleichwertig nach?

Nur die passende Beleuchtung und genügend Regen sorgen noch nicht dafür, dass sich der neue exotische Mitbewohner heimisch fühlt. Die passenden Pflanzen und der Bodengrund spielen eine ebenso wichtige Rolle. Wenn möglich, ist Fotomaterial des Herkunftsgebietes zu sichten, auf dem die Zusammensetzung und Struktur des Bodens sowie die Pflanzendichte und -arten zu erkennen sind. Ein passender Bodengrund hat den Vorteil, dass die Tiere ihn von Natur aus gewöhnt sind. Er fördert damit natürliche Grabungsaktivität und beugt Verletzungen an den Füßen vor. Nebenbei erzeugt er ein besseres Klima im Terrarium, da er Feuchtigkeit wesentlich besser hält als ein Boden aus Plastik oder Papier. Sollte der benutzte Boden nicht aus der Natur stammen, sollten künstlich kleine Insekten angesiedelt werden, Asseln oder Springschwänze beispielsweise. Diese beseitigen den Kot und zersetzen Laub. So wird das Terrarium zu einem kleinen, eigenständig funktionierenden Ökosystem.

Die Pflanzenauswahl sollte – wie alles andere auch – an das Habitat des Pfleglings angepasst sein. Nur wenn die Pflanze mit dem gleichen Klima zurechtkommt wie das Tier, wird sie sich lange halten. So kann sie vielleicht sogar dem Terrarium durch die eine oder andere Blüte eine besondere Note verleihen. Pflanzen tragen natürlich auch zu einem verbesserten Klima bei und bieten dem Bewohner eine Rückzugsmöglichkeit, wodurch dieser weniger gestresst ist.

Für einige Tiere sind Pflanzen für die Aufzucht der Jungtiere unerlässlich. Verschiedene Laubfrösche kleben den Laich an die Unterseite der Blätter über eine Wasserstelle, sodass die schlüpfenden Quappen direkt ins Wasser fallen. Der Pfeilgiftfrosch legt seine Eier ausschließlich in Bromelien ab. In deren Trichter sammelt sich Wasser. Die Quappen bewohnen die Bromelie, bis sie sich zu einem Frosch entwickelt haben. Ohne die Pflanze ist eine Zucht also kaum möglich. Außerdem ist ein dicht bepflanztes Terrarium ein wunderschöner Blickfang für jeden Wohnraum.

Wie ernähre ich meinen Exoten richtig?

Welche Ernährung zu dem exotischen Pflegling passt, lässt sich leicht herausfinden. Durch die richtige Literatur wird schnell vermittelt, ob es sich um Insekten-, Fleisch- oder Pflanzenfresser handelt. Entsprechende Futtertiere sind jederzeit online oder in einem Tiermarkt in der Nähe erhältlich.

Fazit:

Das exotische Paradies und seine Bewohner in die eigenen vier Wände zu bringen, ist eine schöne Alternative zu einem Urlaub in der Ferne. Es bringt jedoch auch eine Menge Verantwortung mit sich. Das gewissenhafte Sammeln von Informationen über die Haltungsbedingungen und Ernährungsgewohnheiten des Wunschtieres ist von enormer Bedeutung. Schließlich können wir den Tieren nur so das beste Leben bereiten, welches in Gefangenschaft möglich ist. Das ist die wichtigste Voraussetzung, um dem exotischen Freund ein kleines Stück Heimat bieten zu können.