Der Schminkguide für die Augen – von Klimperwimpern und dem Spiegel der Seele

Wer bei einer Frau landen möchte, sagt ihr meist, dass sie schöne Augen hat. Der Grund dafür ist, dass unsere Augen im Gegensatz zu diversen anderen Körperteilen auch ziemlich viel über unsere Stimmung oder unseren Charakter generell verraten können. Ganz egal, ob Blau, Braun, Grün, Grau oder eine exotische Farbischung: Wer weiß, wie er seine Augen gekonnt in Szene setzt, kann nicht nur auf mehr Komplimente hoffen. Das richtige Make-up für die Augen lässt uns je nach Wunsch sexy, verspielt, souverän oder auch einfach nur wacher aussehen.

Der Markt für Beautyprodukte entwickelt sich jedoch rasend. Die Tatsache, dass die meisten Produkte englische Namen mit einer langen Reihe an wunderlich klingenden Adjektiven und Attributen tragen, hilft dem Schminklaien nicht unbedingt weiter. Aus diesem Grund lohnt es sich, einen Blick in den folgenden Schminkguide für die Augen zu werfen. Wer einen Blick hinter die Kulissen bekannter Make-up-Artists wirft, wird schnell merken, dass selbst das atemberaubendste Make-up auf grundlegenden Schminktechniken basiert. Diese können im Folgenden nachgelesen werden.

  1. Eine gute Grundlage

Es ist schwierig, auf einer bereits genutzten Leinwand ein Kunstwerk zu erschaffen. Das Gleiche gilt für das Gesicht. Ein schönes Make-up kann nicht gelingen, wenn sich noch Schminkreste auf der Haut befinden. Insbesondere wenn es um das Schminken der Augen geht, können Mascarabröckchen von gestern den ganzen Look ruinieren. Aus diesem Grund muss die Haut vor dem Schminken gründlich gereinigt werden. Ideal eignet sich hierfür ein Reinigungsöl, welches Talg und Reste von Make-up sanft abträgt und die Haut gleichzeitig mit Feuchtigkeit versorgt. Es wird gleichmäßig auf die trockene Haut aufgetragen und einmassiert, bis die Wimperntusche sich vollständig gelöst hat. Anschließend kann das Öl mit lauwarmem Wasser abgespült werden.

Wasserfester Eyeliner und Wimperntusche erweisen sich jedoch selbst bei ölhaltigen Reinigungslotionen häufig als Herausforderung, weshalb hier Reste übrig bleiben können. Um diese zu entfernen, eignet sich ein in Mizellarlotion eingetauchtes Wattepad. Reiben und Scheuern müssen allerdings vor allem in der empfindlichen Gegend um die Augen herum tunlichst vermieden werden. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, das Wattepad lediglich auf die Augenlider zu legen und zu warten, bis die Lotion ihre Arbeit verrichtet hat. Anschließend wird das Lid mit einer vorsichtigen Bewegung des Wattepads nach unten hin abgewischt.

  1. Was kommt wann? – Warum die Reihenfolge der Produkte eine Rolle spielt

Leider (oder auch zum Glück) gibt es auf dieser Welt kein Gesetzbuch, das die korrekte Reihenfolge der Produktnutzung für das Make-up der Augen festlegt. Gleichzeitig garantiert ein penibles Festhalten an einer bestimmten Routine nicht unbedingt den perfekten Look. Dennoch gibt es einige hilfreiche Tipps, was die Reihenfolge der Schminkprodukte angeht. Diese ergibt sich zumeist daraus, was sinnvoll ist.

So sollte vor dem Auftragen aller Produkte, die Farbe abgeben, eine ebenmäßige Basis geschaffen werden. Hierfür kann entweder ein spezieller Primer herhalten, der Lidschatten und Konsorten erstrahlen lässt, oder aber ein loser Transparentpuder. Beides hat zum Zweck, das Lid zu mattieren, sodass der folgende Lidschatten sich nicht nach kurzer Zeit in die Lidfalte verkriechen kann. Intensive Farben profitieren von einer hellen Grundierung. Hierfür kann ein weißer Kajalstift gute Dienste leisten.

Wenn die passende Grundlage gewählt ist, kann es ans Malen gehen. Bei Lidschatten ist vor allem auf eine gute Pigmentierung zu achten, da selbst die professionellste Pinselarbeit sonst zu vergeblicher Liebesmüh werden kann. Allerdings hat eine hohe Pigmentierung gleichzeitig auch ihre Tücken – in Fachkreisen spricht man hierbei von „Fallout“. Gemeint sind die losen Krümelchen, die sich vom Lid lösen und auf die Wangen fallen können. Besonders nervig ist ihre Eigenschaft, sich großartig im Gesicht verschmieren zu lassen. Aus diesem Grund lohnt es sich, vor dem Auftragen des Lidschattens eine großzügige Schicht losen Puder unter die Augen zu tupfen. Wenn das Kunstwerk auf dem Lid vollendet ist, kann der Puder anschließend mit einem lose gebundenen Pinsel „weggefegt“ werden und die Wangen bleiben sauber. Nach dem Lidschatten kann optional ein Kajalstift oder Eyeliner zum Einsatz kommen, der die Kontur der Augen betont.

Zum Schluss sind die Wimpern dran. Für ein gelungenes Make-up der Augen muss unbedingt eine Wimpernzange herhalten. Damit der Schwung den ganzen Tag über anhält, lohnt es sich, diese vor dem Gebrauch mit einem Fön zu erhitzen. Die Wimpern werden in die Zange geklemmt und circa zehn Sekunden lang in Position gehalten. So kann ein verführerischer Wimpernaufschlag garantiert werden. Das Ganze wird abschließend mit einer (!) Schicht Wimperntusche garniert.

  1. Tricksen erlaubt!

Wenn Make-up lediglich Anpinseln und Rausgehen bedeuten würde, wären wohl kaum Magazine, Communities und zahlreiche Blogs zu diesem Thema entstanden. Make-up erlaubt es der Benutzerin, ihren Typ jeden Morgen zu verändern und gleichzeitig auch mit ihren speziellen Merkmalen zu spielen. Aus diesem Grund lohnt es sich auch, sich mit der Farbenlehre auseinanderzusetzen. Wer seine Augen zum Strahlen bringen möchte, sollte stets Lidschatten in Farben wählen, die komplementär zur eigenen Augenfarbe sind. Beispielsweise leuchten blaue Augen besonders mit einem bräunlichen oder rötlichen Hintergrund, während braune Augen durch blauen Lidschatten betont werden können. Für grüne Augen eignen sich violette Töne am besten.

Doch auch die Proportionen des Gesichts können mit der richtigen Form und Position des Lidschattens optimiert werden. Wer beispielsweise eng zusammenstehende Augen hat, sollte sie mit dunklerem Lidschatten am äußeren Rand optisch „auseinanderziehen“. Was genau wem steht, kann pauschal kaum gesagt werden. Der größte Spaß an Make-up ist jedoch, sich täglich neu ausprobieren zu können.